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Internet-Reiseführer
"Cuba erleben". Herausgeber: Web Travel Guide
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Ausgabe
vom
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Kultur >> Architektur
Die "bohios", wie die aus Lehm und Holzstäben
erbauten indianischen Hütten heissen, haben nur als bevorzugte
Architektur für Touristenrestaurants und Bungalows überlebt.
Cuba verfügt aber glücklicherweise über eine Vielzahl
von Baudenkmälern aus der Kolonialzeit und der Zeit der "Pseudo-Republik"
(bis 1959). Besonders hervorzuheben sind hier natürlich die Altstädte
von Havanna und Santiago im "Oriente" mit durchgehendem
Altbaubestand - allerdings grösstenteils in beklagenswertem Bauzustand.
Im Gegensatz hierzu ist Trinidad eine der besterhaltenen kolonialen
Städte in Lateinamerika, gegründet 1514, Bausubstanz aus
dem 16. bis 18. Jhdt.
Besondere Kennzeichen dort ist die geschlossene, eingeschossige Bebauung
in Pastellfarben an kopfsteingepflasterten Straßen, Häuser
mit kühlen Innenhöfen, vergitterte raumhohe Fenster.
Haus
in Santa Clara |
Die heute noch erhaltenen Häuser stammen aus
der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts, einer Zeit, in der Cuba
viel Geld verdiente durch den Export von Zucker. Die reiche Bürgerschicht
und die Kaufleute bauten sich grosse Häuser als Statussymbol.
Der Stil dieser Zeit war eine Mischung aus barocken und maurischen
Elementen. Vieles war aus Spanien abgeschaut, aber man passte die
Bauweise den Gegebheiten und dem Klima vor Ort an. So legte man wegen
der grossen Hitze immer grossen Wert auf eine frische Brise im Haus.
Die Fenster waren oft raumhoch, aber nach aussen schützten Lamellen
vor Regen und fremden Menschen. Die Luft konnte jedoch ungeindert
in die hohen Räume eindringen. Waren diese Lamellen anfangs noch
aus Holz geschnitzt, brachte man später kunstvoll geschmiedete
Gitter an ("rejas"). Die grossen Räume wurden oft mit
Stellwände ("mampara") getrennt.
Die Räume waren oft so angeordnet, dass im Inneren ein meist
begrünter Innehof ("patio") entstand, das sorgte für
einen steten Windfluss.
Haus
inCamaguey |
Die grosse Hitze liess die Cubaner
das Erdgeschoss auch oft nach hinter zurückversetzen, sodass
vorne an der Strasse ein Säulengang entstand, durch den man in
manchen Städten im Schatten zum Marktplatz gehen konnte.
Im Inneren schützte man sich mit bunten Fensterscheiben vor der
grellen Sonne. Vor allem als Lichtfang über den Türen kamen
diese Scheiben sehr schnell in Mode.
Zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit wurden die Wände mit
kostbaren Fliessen geschmückt und es wurde hartes, edles Mahagoniholz
für Decken und Treppengeländer verwendet.
Ches
Portrait am Platz der Revolution |
Anfang des 19.Jahrhunderts
wurden die Gebäude im klassizistischen Stil errichtet. Die Häuser
wurden prunkvoll verziert, Fenster wurden ähnlich dem Jugenstil
schlüssellochförmig ausgebildet, ein Mix aus spanischer
und französischer Kolonialarchitektur. Art-déco- und Bauhausbauten
kamen bald dazu.
Fassade
in Havanna |
Heute kann man eine wundervoll
charmante Mischung aus halbverfallenen Gebäuden und wiederinstandgesetzten,
oft grell grün, gelb, rot und rosa angestrichenen Häusern
sehen. An einem warmen Abend bei ebenso warmer Beleuchtung durch die
Strassenlaternen ein herrlicher Anblick.
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