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Ausgabe vom

Kultur >> Musik >> Buena Vista Social Club

Juan de Marcos Gonzales, früher Chef der berühmten Son-Gruppe Sierra Maestra bekam vom britischen Produzenten Nick Gold den Auftrag, aus den besten Musikern Cubas eine All Star Gruppe zusammenzustellen. Afrikanische Rhythmen und spanische Melodien vereinigen sich in der cubanischen Musik zu mitreissenden Tänzen wie Rumba und Mambo. Der Son wurde in den 20er Jahren zum populärsten Musikstil in den Tanzsälen der Schwarzen und den Salons der Weissen. Nick Gold führte die cubanischen Musiker 1996 mit dem amerikanischen Slide-Gitarristen Ry Cooder zusammen. Es entstand: der Buena Vista Social Club - 1998 wurde die Erfolgsband mit einem Grammy ausgezeichnet.



IBRAHIM FERRER
Der Bolero-Sänger Ibrahim Ferrer ist die Entdeckung des Buena Vista Social Club (20.Februar 1927 - geboren während einer Tanzveranstaltung!! In San Luis). Bereits als junger Mensch sang er in vielen Conjuntos Guarachas oder Sons - Musikstile, die Spanische Gitarre, Gesang und afrikanische Rhythmen verbanden. SeineMutter starb, als er zwölf Jahre alt war, und er wurde bald gezwungen, seinen Lebensunterhalt durch Singen auf den Strassen von Santiago zu verdienen. Ein Jahr später bildete er eine Musikgruppe, zusammen mit seinem Vetter. Sie wurden Joveneas Del Son genannt (junge Männer des Sons).

Ibrahim Ferrer

Später sang er mit der besten Gruppe Santiago de Cubas, "Orquestra Chepin-Choven", eine sehr einflussreiche Jazzartgruppe, unter der Leitung von Electo Rosell. 1953 begann er mit der Gruppe Pacho Alonso in Santiago zu arbeiten. Er genoss etwas Popularität mit verschiedenen Songs, aber er musste noch bis 1996 warten, um seinen geliebten Bolero spielen zu können. Als ein Bolerosänger der alten Schule für das Album „Buena Vista Social Club“ gebraucht wurde, wurde Ibrahim Ferrer buchstäblich von der Strasse weg geholt, als er seinen täglichen Spaziergang machte. Während die anderen Stars von Buena Vista auch schon ausserhalb Cubas etwas Erfolg hatten, war Ibrahim Ferrer selbst im eigenen Land nie richtig erfolgreich gewesen. Jetzt hat er die Gelegenheit endlich bekommen und auch genutzt, allen Leuten sein unglaubliches Talent zu zeigen.



COMPAY SEGUNDO

Compay Segundo

Compay Segundo ist bereits neunzig Jahre alt und eine lebende Legende. Geboren als Francisco Repilado in Siboney auf der gebirgigen Ostseite der Insel. Aufgewachsen ist er in Santiago. Bis zu den zwanziger Jahren war er bereits ein guter Gitarrenspieler, arbeitete aber weiterhin auf den Tabakfeldern und als Herrenfriseur. Bis er 20 war, war er als Klarinettist in der städtischen Band von Santiago, geführt von seinem Lehrer Enrique Bueno. Es war nicht nur reichlichvorhandenes Talent Compay, das ihn bemerkenswert bildete.

Er hatte sein eigenes Instrument erfunden, das er "armonico“ nennt. Das Instrument hat sieben Seiten und kombiniert die Eigenschaften der herkömmlichen Gitarre und der cubanischen tres, indem er die dritte (D) Seite verdoppelte. Compay benutzt noch das Instrument heute noch. In Havana spielte er 12 Jahre lang in der Gruppe Conjunto Matamaros als Klarinettist. An einem Tag im Jahr 1942, während er Lorenzo Hierrezuelo die Haare schnitt, beschlossen die zwei Männer ein Duo zu bilden, mit dem Namen "Los Campadres". Rückblickend sagt Compay heute, dass das die beste Epoche von allen war. „Wir fügten die einfachen Sachen hinzu, die andere nicht sagten. Leute schätzten die Poesie, die Natur.“ 1956 gründete Compay die Band „Compay Segundo y Muchachos", die noch besteht.


RUBEN GONZALEZ

Der Pianist Ruben Gonzalez, 1920 in Santa Clara geboren, gehörte in den 40er Jahren zu den grossen Musikern Cubas. Er brach sein Medizinstudium 1941ab, hatte aber bereits ein klassisches Klavierstudium absolviert und in diversen Tanzgruppen gespielt. Ruben Gonzalez zog nach Havanna und spielte mit dem blinden Musiker und Wegbereiter des Mambo Arsenio Rodriguez, entwickelte seinen euro-cubanischen Klavierstil , übernahm 1978 eine führende Funktion 1978 bei der All-Star-Serie "Estrellas de areito". Gonzalez war danach jahrelang ohne Spielpraxis; angeblich war sein Klavier von Termiten zerfressen, seine Hände von Arthritis geplagt.

Rubén González

1996 begann eine neue Karriere für den 76jährigen vitalen Cubaner. "Ich habe nie jemande gesehen", erinnert sich Gold, "der das Spielen so genoss. Die ersten 20 Minuten verbrachte er damit, die arthritischen Finger zu trainieren. Dann hob er ab. Einmal im Groove, war er nicht mehr zu bremsen." Heute ist er der einzige Überlebende eines Trios von Pianisten aus einer Zeit mit Luis ' Lili ' Martinez und Peruchin. Das Trio war Wegbereiter der neueren cubanischen Musik und sie halfen mit, den Mambo mit modernen Jazzharmonien zu entwickeln. „Alles, was Sie jetzt in der cubanischen Musik hören, kommt von dieser leuchtenden Periode," sagt er.


MANUEL 'GUAJIRO' MIRABEL VAZQUEZ
Manuel lernte schon in der Wiege Trompete kennen, 1951 begann er professionell zu spielen. 1953 trat er der Jazzband 'Swing Casino', drei Jahre später gründete er das 'Conjunto Rumbavana'. 1960 spielte er bei dem Riverside Orchester, dessenSänger, Tito Gomez, ihm seinen Spitznamen 'Guajiro' gab. Danach trat er dem Orquestra del ICRT bei, dem offiziellen Orchester des staatlichen cubanischen Radios und Fernsehens.



OMARA PORTUONDO

Omara Portuondo

Die einzige Frau des Buena Vista Social Clubs, Omara ist bekannt als eine der ruhmreichsten cubanischen Musikerinnen und möglicherweise die beste Bolerosängerinn auf der Insel. Sie fing an, mit dem Cuarto de Orlando de la Rosa zu singen und trat dann der Frauenband Anacona bei. 1952 trat sie dem Aida Diestro Quartet bei, bei dem sie fünfzehn Jahre blieb. Während dieser Zeit arbeitete sie an ihrer Solo-Karriere und dirigiert nun ihr eigenes Orchester. Sie hat die Welt lange bereist und unter anderem mit Nat King Cole und Edith Piaf gearbeitet.


ORLANDO LOPEZ VERGARA "CACHAITO"
Die Familie Lopez ist in Cuba praktisch ein Synonym für Bass spielen. Vater und Onkel Cachaito, Orestes und Israel, waren beide gute Spieler, nachdem sie das Instrument von ihrem Vater Pedro erlernt hatten. In den dreißiger Jahren schrieben der jungen Lopez das Buch des Bass-Spielens neu. Während Orestes zusammen mit Arsenio Rodriguez half, den Mamborhythmus zu kreieren, spielte Israel, bekannt als "cachao", eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Descarga-Stils. Cachaito liebäugelte als junger Bursche mit der Violine, aber die Liebe zum Bass war zu stark. Bereits im Alter von zwölf Jahren spielte er mit dem "Riverside Orquestra", eine sehr populäre Tanzband zu dieser Zeit. Er wurde dann von seinem Onkel gebeten, mit ihm probeweise in der "Arcana y sus Maravillas“ zu spielen, eine Band, die schon seit den dreissiger Jahren bestand. Der Junge begeisterte alle, so dass er gebeten wurde, zu bleiben. In den sechziger Jahren spielte Cachaito klassische Musik mit dem "Orquestra SinfonicaNacional". Am frühen Abend spielte er Beethoven in einem Konzertsaal und dann an elektrischen Bass in den Clubs der Stadt. Dennoch ist sein bevorzugtes Instrument der akustische Bass und er hat auch eine tiefe Liebe zum Jazz, von Charles Mingus beeinflusst.



BARBARO ALBERTO TORRES DELGADO (BARBARITO TORRES)
Barbarito ist vielleicht Cubas bester Spieler der laudista, ein kleines zwölfseitiges Saiteninstrument. Mit 14 fing er an, bei einer Vielzahl von Bands professionell zu spielen. Tatsächlich hat Barbarito bereits mit den meisten grossen Stars der cubanischen Musik gespielt, vom Komponisten und Gitarrist Leo Brouwer bis zum Pianist Papo Lucca, genauso wie mit dem Salsasänger Oscar d'Leon aus Venezuela. Barbarito ist auch ein Musiklehrer.


MANUEL LICEA "PUNITILLITA"
"Punitillita" begann im Alter von sieben Jahren zu singen und trat 1941 dem "Orchester Liceo" bei. Auch als Sänger bei einigen der grössten cubanischen Bands war er sehr erfolgreich. Unter seinen damaligen Mitmusikern waren unter anderem Adolfo Guzman, Roberto Faz und Cascarito. Punitillita nahm damals den Hit auf "The Rooster, the hen and the horse“. Er probierte die vollständigen Tonleiter der cubanischen Rhythmen ausprobiert, aber er spezialisierte sich auf den Son und den Bolero.


PIO LEYVA
Pio Leyva komponierte einige der bekanntesten cubanischen Standards. Er gewann im Alter von sechs Jahren einen Bongowettbewerb und begann Anfang 1932 zu singen. Mit seiner tiefen Countrystimme hat er über 25 Alben aufgenommen, seit er seinen ersten Vertrag mit RCA-Victor 1950 unterzeichnete. Pio war eine Zeit lang Mitglied der "Compay Segundo y Sus Muchachos“.


ELIADES OCHOA
Als Sohn einer musikalischen Familie begann Eliades mit 6 Jahren zu singen und Gitarre zu spielen. Er wird liebevoll "guajiro " genannt, weil er ganz und gar ein Landmensch ist und er immer einen Cowboyhut trägt, um das zu zeigen. Mit 17 hatte er seine eigene Radioshow und bis zu den siebzigern war er regelmässig ein gefeierter Gast im Casa de la Trova. 1978 übernahm er die Band "Cuarteto Patria". Er baute sein eigenes neunsaitiges Saiteninstrument, indem Eliades die dritte (D) und die vierte (G) Saite verdoppelte.