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Ausgabe vom

Essen und Trinken auf Cuba >> Das Essen

Das cubanische Essen ist äusserst stärkehaltig, kalorienreich, schwer und süss.
In den letzten 20 Jahren haben sich durch die Entwicklung einer eigenen Fleisch- und Molkereiproduktion, den Aufbau einer Fischfangflotte und einer Kühlkette über die ganze Insel Ernährungsgewohnheiten geändert, an alten Traditionen hält man aber auch beim Essen gerne fest. Fisch ist bei der cubanischen Bevölkerung immer noch nicht populär. An der Küste war es traditionell das Armeleuteessen, im Landesinneren fehlten die Kühleinrichtungen, und so wurde kein Fisch gegessen. In guten Restaurants kann man heute jedoch ganz ausgezeichnet Fischgerichte essen.

Cuba. Süsse TorteSüsse Torte

Einflüsse
Ob Spanien, Afrika, China oder Nordamerika: Alle Kulturen, die hierher kamen, haben ihre Spuren in den Kochtöpfen hinterlassen. Alle Ingredienzen wurden in einem einzigen gigantischen karibischen Kochtopf zusammengerührt und auf kleinem Feuer geköchelt, bis von jedem Gericht nur noch die Lieblingseigenschaft übrig war. Die allgemein anerkannte kulinarische Hauptlieblingseigenschaft fast aller Dinge ist »weich«. Brot muß weiss und watteartig sein, Spaghetti gehören schlabberweich gekocht, und Pizza ist in Wirklichkeit eine weichgummiartige Teigscheibe, auf die etwas breiiger Käse und viel Ketchup appliziert werden; chinesisches Essen, also Gemüsestreifen in Soße mit Reis, muss so weich sein, dass man es zahnlos schlucken kann, und keinesfalls darf es nach Gewürzen schmecken. Sogar das rosafarbene Würmchen im normalerweise kalten heissen Hund (perro caliente) schmeckt erst, wie es soll, wenn es Puddingkonsistenz hat.

Ein traditionelles Menü mit allem, was dazu gehört, also gegrilltes Spanferkel oder in Orangensaft gedünstetes Hühnchen, frittierte Kochbananen, gedünstete Yukka mit süssen Zwiebeln und Butter, Reis mit schwarzen Bohnen, süssem Milchpudding z. B. und starkem süssem Kaffee als Abschluss gilt heute, in Zeiten der Wirtschaftsmisere, sowieso als Festessen, das man sich vielleicht einmal im Jahr leistet. Doch was essen Sie in Cuba? In cubanischen Restaurants oder den privat geführten Paladares am besten die bereits beschriebene kreolische Küche; viele Paladares (paladar heisst »Geschmackssinn«) machen ihrem Namen wirklich Ehre und kochen solide nach kreolischen Rezepten.


Essens-Möglichkeiten
Cubaner, sie es sich leisten können, ein Mehrfaches der üblichen Gehälter für ein Essen zu bezahlen, verkehren in sogenannten „paladares“. Das sind private Restaurants, meist nur 2-4 Tische. Das Ganze geschieht zumeist am Staat vorbei, denn obwohl diese Art der Restaurants erlaubt sind (sofern es nur mit Familienmitgliedern betrieben wird), so werden sie doch mit so hohen Steuern belegt, dass sich der Aufwand für den einzelnen nicht mehr lohnen würde.

Der beste Schnellimbiss der Insel: El Rapido

Der normale Cubaner, der keinen Zugang zu US-Dollar hat, erhält Bezugsscheine, die ihm den Kauf eines Brotes ermöglichen, sowie die lokalen Produkte Reis, Bohnen, Zucker und Kaffee.
In Hotels und Restaurants ist noch die Sitte des wait-to-be-seated üblich, man wartet also am Eingang, bis man vom Ober ein Platz zugewiesen bekommt. Ebenso sollte man beachten, dass es auf Cuba üblich ist, dass einer die Rechnung des Tisches übernimmt.
Trotz der Mangelsituation gibt es einige Gerichte, die sowohl in den einheimischen Kochtöpfen zubereitet werden, als auch auf den Speisekarten der Hotel- und Touristenrestaurants zu finden sind.

Schnellimbiss
Überall in Stadt und Land findet man Pizzerien, die aber nichts wirklich italienisches bieten. Die Pizzen sind dicke Fladen mit einer Käse-Tomaten-Sosse, die Spaghetti sind weichgekocht und klebrig. Dennoch sind diese Restaurants beliebt, auch wegen ihrem billigen Preis. El Rapido ist eine Imbisskette, die in allen grossen Städten vertreten ist. Zum Essen gibt’s Bocadito (Sandwich mit Käse/Schinken), Pizza und Pollo zu billigen Preisen (1.50 –2 USD)



Moros y christianos (Mauren und Christen)
Reis mit schwarzen Bohnen ist das Nationalgericht Cubas, es ist sehr sättigend, wird aber nicht so warm serviert, wie es der deutsche Tourist von daheim gewöhnt ist.

Tamales
Maismehltaschen, die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind.

Malanga
Die stärkehaltige Wurzel war bereits eines der Hauptnahrungsmittel der indianischen Ureinwohner und ist Zeiten der Nahrungsmittelknappheit immer wieder eine, wenn auch nicht gerade aufregend schmeckende, Sättigungsbeilage.

Platanos (bananas fritas)
Die grün geernteten Kochbananen werden schräg in Scheiben geschnitten, zwischen zwei Holzbrettchen platt geschlagen, in gewürztem Ei gewendet und dann frittiert.

Hühnchen (pollo)
Ebenso wie das Kaninchen wird auch das Hühnchen in unterschiedlichen Arten angeboten. In Realität schauen und schmecken alle Arten gleich.

picadillo habanero
Rindergehacktes mit Tomaten und Oliven geschmort

Desserts
flan (sehr süsse Crème Caramel), natilla (Vanillepudding), casquito de guayaba con queso (Guavenmarmelade mit einer Scheibe milden Käse), coco rayado ( eine klebrig-süsse Masse aus geraspelter Kokosnuß), helado (Eiskugeln), bonbonfarbene Törtchen (Buttercrème mit Kokosraspeln z. B.) oder churros, in Zucker gewälztes Fettgebäck, eine Hinterlassenschaft der Spanier.