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Ausgabe vom

Kultur >> Musik

Wenn es etwas gibt, das die cubanische Mentalität am besten wiederspiegelt, so ist es die Musik. Heute in aller Welt bekannte Musikstile wie Rumba, Mambo, Cha-Cha-Cha und Salsa haben ihren Ursprung in vier Grundelementen. Die Ur-Rumba ist eine der ursprünglich schwarzen Tanzformen, die in einem grossen Kreis zelebriert wird, aus dem sich einzelne Tänzer zum Tanzen herauslösen.

Blaskapelle am Marktplatz von Santa Clara

Ausser Klanghölzern und Trommeln finden sich hier keine weiteren Instrumente. Unter Hinzunahme von melodischen Instrumenten entwickelte sich die heute kommerzialisierte Form des Rumba sowie weitere Modetänze wie der Mambo. Aus dem „Son“, der an einem Wechselgesang zwischen Sänger und Chor zu erkennen ist, entwickelte sich der heutige Salsa. Der „Danzon“ wurde lange Zeit von der Oberschicht nicht akzeptiert, ist heute jedoch der beliebteste Tanz in Cuba. Aus ihm entwickelte sich der Cha-Cha-Cha. Bei dem „Trova“ sangen reisende Sänger traurige und schöne Balladen. Die Texte wurden in der Zeit der Revolution thematisch verändert und als Propaganda gebraucht. Später fanden die Musiker wieder zu ihren ursprünglichen Themen zurück.

Das, was Cuba-Reisende heute als cubanische Musik wahrnehmen, ist also eine Synthese afrikanischer Perkussion und Rhythmen mit spanischen Coplas und ihrer Instrumentierung. Der son ist dabei eindeutig der Publikumsliebling. "Erfunden" wurde er von den Zuckerarbeitern in Santiago in den 20er Jahren. Anfangs war er ein Stück für 3 Personen, begleitet von der spanischen und lateinamerikanischen (drei Doppelsaiten) Gitarre. Claves und maracas bildeten den Rhythmus. Erst mir der rasanten Verbreiterung des Sons kamen auch mehr Instrumente hinzu: der Holzbass, Bongos, die Marimbula (Resonanzkörper mit Metall-Lamellen) und in den 40er und 50er Jahren Trompeten aus der amerikanischen Bigband-Tradition.

So entsteht ein komplexes, polyrhythmisches Klanggebilde, das sich für europäische Ohren wie ein heilloses Durcheinander anhört, aber äusserst streng strukturiert ist.

Musiker nachts in Trinidad

Die Meister des son, der 80-jährige Pianist Ruben Gonzalez, Ibrahim Ferrer, Compay Segundo und Kollegen, touren seit ihrem Erfolg mit dem Buena Vista Social Club durch die gesamte Welt und feiern riesige Erfolge.

Weitere, aktuelle Informationen:


Der bekannteste und beliebteste Sänger der cubanischen Revolution war Carlos Puebla. Er benutzte alte cubanische Volkslieder und gab ihnen einen neuen Text. 1989 ist er verstorben.