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Ausgabe vom

Kultur >> Literatur

Wenn heute in Cuba so gerne gelesen wird, hat das seinen Ursprung in den gesellschaftlichen Umwälzungen von 1959. Damals wurde mit grossem Aufwand der Bevölkerung das Lesen und Schreiben beigebracht und für die Künstlern wurden Lebens- und Arbeitsbedingungen geschaffen, die ihnen erlaubten, sich zu entfalten. Eine grosse Neugierde ergriff die Bevölkerung, kulturelle Veranstaltungen waren damals regelmässig überfüllt. Und diese Neugierde hält bis heute an.


José Martí
Das kubanische Selbstverständnis beruht wesentlich auf den Gedanken des Volkshelden José Martí, der, 1853 in La Habana geboren, schon als Jugendlicher gegen die spanische Kolonialherrschaft agitiert und 1871 aus diesen Gründen das Land verlassen muß. Im Exil in Mexiko und den USA veröffentlicht er seine Schriften und wird zum Führer der Unabhängigkeitsbewegung. Schon früh erkennt Martí die Interessen der USA an einer Einverleibung Kubas, und er gründet 1892 zusammen mit kubanischen Tabakarbeitern in Florida die Kubanische Revolutionäre Partei. Martí vertritt das Konzept einer politisch und ökonomisch unabhängigen Nation Kuba inmitten eines freien und unabhängigen Lateinamerika.

Der Dichter José Martí

Damit erlangt sein Denken politische Bedeutung weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus, und er wird häufig im gleichen Atemzug mit dem Befreier Lateinamerikas, Simón Bolívar zitiert.
José Martí kehrt 1895 nach Kuba zurück und nimmt am Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien teil, wo er in den ersten Tagen des Kampfes am 19. Mai 1895 fällt.

Guantanamera
Ich bin ein aufrichtiger Mensch und komme von dort, wo die Palmen wachsen. Bevor ich sterbe, möchte meine Seele das besingen, was sie quält. Mein Lied ist von hellem Grün, aber auch blutrot wie die Flamme. Mein Lied ist wie ein verwundeter Hirsch, der Schutz sucht in den Bergen. Mit den allerärmsten möchte ich mein Los teilen. Nicht das Meer lockt mich, sondern der Wildbach der Berge.
Jose Marti

Weitere Gedichte von Jose Marti:
Yo soy un hombre sincero
Yo visitare anhelante
Mucho, senora, dari




Nicolás Guillén
Nicolás Guillén (1902-1985) gilt bis heute als größter Lyriker Lateinamerikas. Er machte die Sprache und Lebensweise der Schwarzen Kubas zu seinem wichtigsten Thema und band sie stark in sein Werk ein.

Nicolas Guillen

Er adaptierte den Sprachrhythmus des schwarzafrikanisch beeinflußten Spanisch der Farbigen aus den Armenvierteln, und stand damit im Zeichen des Afrocubanismo.

Zeichen
Dein Becken weiß mehr als dein Kopf
und fast so viel wie deine Schenkel.
Dies
ist die starke schwarze Grazie
deines nackten Leibes.
Dein Urwaldzeichen sind
die roten Bänder am Halse
und am Arm die goldenen Ringe
und dieses dunkle Krokodil,
das im Strom deiner Augen schwimmt.
Nicolas Guillen


Literaturtips:
Arenas, Reinaldo: Reise nach Havanna. Edition dia, Berlin 1994
Barnet, Miguel: Der Cimarron. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1976
Carpentier, Alejo: Das Recih von dieser Welt, Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1992
Diaz, Jesus: Die Initialen dieser Erde, Piper, München 1993
Paz, Senel: Erdbeer und Schokolade, Ammann, Zürich 1995



Informationen zu Ernest Hemingway und sein Werk „Der alte Mann und das Meer“