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Ausgabe vom

Die Leute >> Die Mentalität

Die Cubaner stehen den schönen Dingen im Leben sehr positiv gegenüber. Sie sind aufgeschlossen, diskutieren gerne, sind ausserordentlich gesellig und kontaktfreudig, eher extrovertiert als introvertiert.

Cubanische Freizeitbeschäftigung: Domino

Die Cubaner sind auch Fremden gegenüber sehr offen und wenig voreingenommen, man kommt leicht mit Ihnen ins Gespräch und wird oft erstaunt sein, wie gut man über Europa und Deutschland informiert ist, weit besser, als ein normaler Mitteleuropäer über Cuba oder Mittelamerika.
Die Cubaner sind hilfsbereit und grundsätzlich grosszügig. Gerade dieser Charakterzug verblüfft den meist viel reicheren Tourist. Die Herzlichkeit, mit der das Beste geboten wird, das man im Haus hat, das Bemühen, dem Fremden zu helfen und die Sprachbarrieren zu überwinden, ist ein Erlebnis, das den eher misstrauischen Mitteleuropäer oftmals geradezu beschämt.

Kinder

Die Cubaner lieben ihre Kinder abgöttisch und nicht nur die eigenen. Die kleinen Cubaner geniessen absolute Privilegien. Die Engelsgeduld, das Verständnis und die Rücksichtnahme der Erwachsenen suchen ihresgleichen. Da die Kinder aber in Kindergarten und Schule zu Verantwortungsbewusstsein und Disziplin erzogen werden, trifft man selten auf verzogene und quengelige Kinder.

Die Cubaner legen grossen Wert auf gepflegtes Äusseres. Mit bescheidenen Mitteln versucht man, sich elegant und modisch zu kleiden. Im Widerspruch hierzu steht allerdings die Vorliebe der Cubanerinnen, sich mit Lockenwickler im Haar in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Alle Cubaner, egal welchen Herkommens oder welcher Hautfarbe, werden gleich behandelt. Hier gibt es keinerlei Unterschied zwischen den Menschen. Selbst der reichere Mensch hat keinen sozialen Vorteil. Zwar gibt es natürlich auch hier altüberlieferte Vorurteile, diese kommen aber heute im Leben nicht mehr zum Tragen.

Stellung der Frau
Die Stellung der Frau hat sich in den letzten 30 Jahren grundsätzlich verändert. Inzwischen ist etwa die Hälfte der cubanischen Frauen berufstätig, für die jüngere Generation eine Selbstverständlichkeit.
Vor dem Gesetz ist die Frau dem Mann absolut gleichgestellt, in Wirklichkeit steht der machismo, der Männlichkeitswahn in lateinamerikanischen Ländern, der völligen Emanzipation noch im Wege. Die sich daraus ergebenden Probleme werden allerdings viel in Filmen und Theatern diskutiert. Immerhin ein Drittel der Regierungsangehörigen sind heute Frauen. An den Universitäten sind genauso viele Studentinnen wie Studenten vertreten.

Prostitution
Vor der Revolution galt Havanna als Bordell Amerikas. Die Etablissements verschwanden 1959 ebenso wie die damaligen Sextouristen. Das revolutionäre und sozialistische Cuba war stolz darauf, dass keine Frau aus Armut gezwungen war, sich zu prostituieren. Diese bedeutende Errungenschaft geht zur Zeit wieder verloren. Gerade in den grösseren Städten wie Havanna, Santiago de Cuba und Varadero kann man die jineteras (Reiterinnen) und ihre Begleiter nicht mehr übersehen. Das westliche Warenangebot und die Aussicht auf das nötige Geld treiben viele, vor allem junge Frauen auf die Strassen. Verdienen sie doch dort mehr Geld in einer Nacht, als einfache Arbeiterinnen in einigen Monaten. Da Prostitution nach wie vor verboten ist, werden entsprechend knapp gekleidete Mädchen ständig von der Polizei kontrolliert. Sie müssen ihren Ausweis vorzeigen, über Funk wird kontrolliert, ob gegen sie was vorliegt und danach können sie normalerweise wieder weiterziehen.
Es soll der Hinweis nicht fehlen, dass –wenn schon- Touristen von sich aus daran denken sollten, sich und andere vor Krankheiten zu schützen. Kondome sind auf der Insel nicht immer erhältlich