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Ausgabe vom

     Cuba-Nachrichten:

06. November 04

Strafsteuer für Dollarumtausch in Kuba in Kraft getreten
Die Ende Oktober angekündigte Sondersteuer für den Dollarumtausch ist nun in Kraft getreten. Die US-Währung kann jetzt nur noch mit einem Abschlag von zehn Prozent in so genannte konvertible Pesos gewechselt werden. Für andere Währungen wie Euro, Franken oder Pfund wird diese Gebühr nicht erhoben. Auch verschiedene lateinamerikanische Währungen werden jetzt in den kubanischen Wechselstuben akzeptiert. Schon seit dem 8. November darf in Kuba mit dem Dollar nicht mehr bezahlt werden.


20. Oktober 04

Neue US-Lebensmittelverkäufe nach Kuba vereinbart
Trotz des verschäften Embargos werden Agrarfirmen aus den USA weiterhin Lebensmittel nach Kuba liefern. Wie die kubanische Importfirma Alimport am Rande der Internationalen Havanna-Messe mitteilte, wollen beide Seiten in Kürze neue Verträge für den Kauf von Lebensmitteln unterzeichnen. Der US-Kongress hatte Ende 2000 auf Druck der Agrarlobby das Handelsembargo gegen Kuba gelockert und Lebensmittelverkäufe genehmigt. Kuba muss die Hälfte seiner Nahrungsmittel importieren.

 

24. Juni 04

Sechster kubanischer Dissident aus Gefängnis entlassen
Kuba hat einen weiteren der 75 im vergangenen Jahr zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Dissidenten freigelassen. Der Schriftsteller Manuel Vazquez Portal zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag von seiner Entlassung am Mittwochabend überrascht: «Ich bin sprachlos», sagte der 52-Jährige. Seine Frau erklärte, ihr Mann sei vermutlich wegen seines hohen Blutdrucks entlassen worden. Vazquez Portal berichtete, die Behörden hätten ihm nahe gelegt, auszuwandern.
Im März vergangenen Jahres waren 75 kubanische Regimegegner zu Gefängnisstrafen zwischen sechs und 28 Jahren verurteilt worden. Den Oppositionellen wurde in Eilverfahren Konspiration mit den USA vorgeworfen. Mit Vazquez Portal kam jetzt der sechste von ihnen frei.


09. Juni 04

Kubanischer Dissident Bruzon freigelassen
Nach mehr als zweijähriger Haft ist der kubanische Dissident Leonardo Bruzon Avila überraschend freigelassen worden. Er werde nach Frankreich gehen und von dort seinen Kampf für Menschenrechte in Kuba fortsetzen, sagte Bruzon nach seiner Freilassung am Dienstag in Havanna. Frankreich habe ihm aus humanitären Gründen ein Visum erteilt, nachdem seine Familie wegen eines Hungerstreiks um seine Gesundheit besorgt gewesen war. Bruzon ist der Führer der Menschenrechtsbewegung 24. Februar. Er wurde vor mehr als zwei Jahren unter dem Vorwurf der Volksverhetzung festgenommen, ein Prozess wurde ihm seither nicht gemacht. Für seine Freilassung hatten sich unter anderem die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch eingesetzt.


02. Juni 04

Wetterlage bringt US-Sender auf Kubas Bildschirme
Dank einer außergewöhnlichen Wetterlage können die Kubaner derzeit Sender des offiziellen Erzfeindes USA empfangen. Seit einigen Tagen sei unter anderem Fox zu sehen, berichtete RadioCuba. Die Signale der TV-Sender reichten aufgrund eines Wetterphänomens viel weiter als gewöhnlich. Einzig Radio und TV Martí, mit denen Washington die Kubaner zu informieren versucht, erreichen die Bildschirme auf der Insel nicht. Seit der Sender 1990 sein Programm begann, betreibt die kommunistische Führung einen großen Aufwand, ihn zu stören.


09. Dezember 03

Buena-Vista-Pianist Rubén González gestorben
Der Pianist Rubén González ist tot. Der Musiker litt an Arthrose (Gelenkverschleiß), Lungen- sowie Nierenproblemen und war bereits seit einem halben Jahr bettlägerig. Wie seine Ärzte in Havanna mitteilten, starb González am Montag im Alter von 84 Jahren. Der Pianist der cubanischen Musikrichtung Son war mit der Dokumentation «Buena Vista Social Club» von Wim Wenders berühmt geworden.
Der im April 1919 in der Stadt Santa Clara rund 270 Kilometer südöstlich von Havanna geborene González galt als eine der legendärsten Figuren der cubanischen Musik. Schon mit sieben Jahren begann er, Klavierunterricht zu nehmen. Nach einer Ausbildung an der Musikhochschule von Cienfuegos liebäugelte er als junger Mann mit einer Karriere als Konzertpianist, entschied sich aber dann doch für den cubanischen Son. Ein Medizinstudium brach er wegen Geldknappheit 1941 ab. 1943 nahm er mit Arsenio Rodriguez seine erste Schallplatte auf. Bald wurde er auch über Cuba hinaus in Lateinamerika ein Begriff. In den 50er und 60er Jahren gehörte der Pianist mit seinem Stil zwischen Jazz und Latin-Rhythmen zu den bekanntesten Vertretern moderner cubanischer Musik. Er und seine Mitstreiter verknüpften zeitgemäße Jazz-Harmonien mit Traditionsmusik, Cha-Cha-Cha, dem sich entwickelnden Mambo. Ende der 80er Jahre setzte er sich zur Ruhe. Erst 1996 lockten der US- Musiker Ry Cooder und die Afro-Cuban All Stars González aus dem vorzeitigen Ruhestand. «Zuhause hatte ich nicht einmal mehr ein Klavier herumstehen», sagte González.
Schon weit im Rentenalter, gingen die Buena-Vista-Stars noch auf internationale Tourneen und spielten auch in Europa und den USA. Gesundheitlich bereits stark angeschlagen trat González zuletzt im vorigen Jahr an die Öffentlichkeit. Bei einem Konzert des Buena- Vista-Ensembles am 22. Mai 2002 in Mexiko-Stadt spielte er aber schon nicht mehr, sondern grüßte nur noch von der Bühne. Danach verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. «Er litt sehr, er sprach schon nicht mehr, aber er schaute mich mit einem tiefen Blick an, als bitte er Gott darum, ihn endlich gehen zu lassen», sagte seine Witwe Eneida Lima der Presse.

 

27. November 03

Cubanische Wissenschaftler entwickeln synthetischen Impfstoff
Cubanische Wissenschaftler haben Details über einen neuen Impfstoff gegen eine Bakterie bekannt gegeben, die Meningitis und Lungenentzündung hervorrufen kann. Der neue Impfstoff gegen Haemophilus influenzae wird mit einem synthetischen Verfahren hergestellt und soll deutlich billiger sein. Derzeit sind laut BBC keine Details über die genaue Wirksamkeit und die tatsächlichen Kosten bekannt. Anders als bei bekannten Impfstoffen, wird das für die Wirkung entscheidende Antigen synthetisch hergestellt. Bei bestehenden Impfstoffen kostet eine Dosis derzeit rund drei Dollar. Die Wissenschaftler haben angekündigt, dass ihr Impfstoff billiger sein wird. Die cubanische Regierung plant im nächsten Jahr jedem Kind unter fünf Jahren den neuen Impfstoff zu verabreichen. Die WHO arbeitet derzeit gemeinsam mit der Gates Foundation und indischen Unternehmen daran, die Kosten für bestehende Impfstoffe auf rund 40 Prozent zu senken.



13. Oktober 03

Neuer Druck der USA ist nur Teil von Bushs Wahlkampf
Havanna (Reuters) - Kuba hat die Ankündigung von US-Präsident George W. Bush, den Druck auf die Regierung von Staatschef Fidel Castro zu erhöhen, als Wahlkampf-Taktik zurückgewiesen.
Bush wolle die Stimmen der Exil-Kubaner im wichtigen Bundesstaat Florida für die Wahl 2004 gewinnen, hieß es am Montag in einer Erklärung des Außenministeriums, die in der Parteizeitung "Granma" veröffentlicht wurde. "Auf diese Art belohnt das Weiße Haus diese Mafia für den skandalösen Betrug und die Tricks der Präsidentenwahl 2000", hieß es. "Es wird in Kuba nie die Umwandlung geben, von der Bush und seine Gefolgsmänner aus der Miami-Mafia träumen."
Bush hatte am Freitag angekündigt, den Druck auf Castros Regierung erhöhen zu wollen. Unter anderem soll das Reiseverbot für US-Bürger nach Kuba stärker durchgesetzt, mehr Kubanern ein US-Visum erteilt und die Ausstrahlungen von US-Rundfunk- und Fernsehsendungen verstärkt werden. Zudem soll eine Kommission eingesetzt werden, die einen Übergang der Insel zur Demokratie vorbereiten soll. Aus US-Regierungskreisen war verlautet, die US-Regierung habe bereits Notfallpläne für die Versorgung der Bevölkerung und zur Verhinderungen von Unruhen für die Zeit nach Castro ausgearbeitet. Dieser ist seit 1959 an der Macht.

 

29. Juli 02

Weniger Touristen auf Cuba
Havanna (dpa) - Die Zahl der Kubatouristen ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Wie die Parteizeitung «Granma» berichtete, wurde die Zahl von einer Million gestern, und damit einen Monat später als 2001, erreicht. Tourismusminister Ibrahim Ferradaz sagte, dass man angesichts des schwierigen internationalen Umfeldes nach dem 11. September dennoch zufrieden sei. Im vorigen Jahr hatten insgesamt rund 1,8 Millionen Touristen Kuba besucht.



24. Juni 02

US-Parlament hebt wichtige Cuba-Sanktionen auf
Gegen den Widerstand der US-Regierung hat das Repräsentantenhaus wichtige Sanktionen gegen Cuba aufgehoben. Die Abgeordneten stimmten für ein Gesetzespaket, nach dem unter anderem die seit mehr als 40 Jahren geltenden Reisebeschränkungen für US-Bürger gestrichen werden sollen. Auch hob das Parlament Verbote für Geldüberweisungen sowie den Handel mit Nahrungsmitteln und Medikamenten auf. Das Unterhaus des US-Kongresses stellte sich damit gegen US-Präsident George W. Bush, der auf einer Beibehaltung des im Jahr 1962 verhängten US-Handelsembargos gegen den Karibikstaat beharrt.

Das US-Außenministerium hatte noch vergangene Woche eine Aufhebung von Sanktionen gegen Cuba von demokratischen Reformen in dem kommunistisch regierten Karibikstaat abhängig gemacht. Die Gesetze dürften jedoch trotz der ablehnenden Haltung der US-Regierung auch im Senat eine Mehrheit finden.


05. Mai 02

Regimekritiker Roca in Kuba aus der Haft entlassen
Havanna (AP) Zwei Monate vor Ablauf seiner fünfjährigen Haftstrafe ist der kubanische Oppositionspolitiker Vladimiro Roca am Sonntag aus dem Gefängnis entlassen worden. Der 59-Jährige verliess am Morgen nach Augenzeugenberichten das Gefängnis in Ariza in der Provinz Cienfuegos. Roca, Sohn des früheren kubanischen KP-Führers Blas Roca, wurde von seiner Frau Magaly de Armas begrüsst. Beide begaben sich anschliessend nach Havanna. Roca war gemeinsam mit drei weiteren Aktivisten im Juli 1997 unter dem Vorwurf verhaftet worden, eine regimekritische Schrift verbreitet zu haben. Ausserdem sollen die vier zu Wahlboykott und zivilem Ungehorsam aufgerufen haben. Die anderen drei Dissidenten wurden im Mai 2000 entlassen, nachdem sie die Hälfte ihrer Strafe verbüsst hatten.



12. März 02

Mögliche Geschäfte mit der BRD
Cuba und das Bundesland Hessen planen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und besonders auf dem Gebiet der Biotechnologie, des Transports und des Bauwesens eine engere Zusammenarbeit.
In diesem Sinne äußerten sich vor Journalisten der hessische Minister für Wirtschaft, Verkehrswesen, Regionale und Urbane Entwicklung, Dieter Posch, und Dr. Bernd Wulffen, der Botschafter der BRD auf der Insel.

Beide zeigten ihre Zufriedenheit über das Gespräch, das sie in der Residenz des Botschafters mit Präsident Fidel Castro führten. "Wir behandelten Themen von allgemeinem Interesse für die BRD, Hessen und Kuba", sagte der Botschafter und fügte an, die wichtigste Botschaft des cubanischen Staatsoberhaupts sei gewesen, daß er gewillt sei, einen Beitrag für den Weltfrieden zu leisten.
Der Präsident habe den Besuch des deutschen Außenministers im Nahen Osten begrüßt, so Wulffen, der sich auch zum kürzlichen Treffen der Ökonomen in Havanna äußerte. Auch die Vorteile Frankfurts, eine der wichtigsten Städte dieses Bundeslandes, das als Stadt der Finanzwelt, der Banken und als Verkehrsknotenpunkt bekannt sei, fielen ins Gewicht.
Minister Posch erinnerte daran, daß seit Mitte der neunziger Jahre Beziehungen mit Kuba im Gange seien und im vergangenen Jahr ein Seminar zu diesem Thema stattgefunden habe.

Er äußerte, zu den Ergebnissen des Besuches zählten die Verbindungen, die mit den Instituten für Biotechnologie der Insel hergestellt worden seien, ein wichtiger Punkt, da Frankfurt ein wichtiges Zentrum in diesem Bereich in dem europäischen Land sei. Im Institut Finlay seien Impfstoffe und andere kubanische Erzeugnisse der Biotechnologie geprüft worden, die für Handelszwecke oder eine gemeinsame Produktion interessant sein könnten.
Sie hätten die Voraussetzungen zur Vermarktung dieser Produkte in der BRD und in Europa besprochen, wo die Patentgesetze kompliziert seien. Posch fügte an, daß man eine Liste mit dem Ziel erbeten habe, die hessischen Unternehmen über die Fortschritte der Insel in diesem Bereich zu informieren, um später konkrete Projekte definieren zu können.

Er erwähnte die Absicht, eine neue Kubawoche zu veranstalten, deren Mittelpunkt die wirtschaftlichen Möglichkeiten und die der Investition auf der Insel bilden soll.
 
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