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Ausgabe vom

Die Leute >> Die Religion

Aufgrund der Tatsache, dass die Sklaverei erst relativ spät verboten wurde, sind die afrikanischen Einflüsse auf die Glaubensgewohnheiten der Bevölkerung noch relativ stark. Es finden sich noch viele Anhänger von afrocubanischen Kultgemeinden.

Jesus-Statue in Havana

Dazu zählen z.B. die Santeria, die mit dem haitianischen Voodoo verwandt ist. Die Götterbeschwörungszeremonien heissen orishas und das Auffällige daran ist, dass ein einträchtiges Nebeneinander von christlichen Glaubenselementen und kultischen Götterzeremonien zelebriert wird. Der Kult wird in den christlichen Glauben integriert (und umgekehrt!). So kommt es vor, dass man bei den orishas eine Statue, die die Jungfrau Maria darstellt, neben einem Bild von Che Guevara und einer afrikanischen Gottheit wieder.

  Kirchenruine in Trinidad

Jedoch auch der traditionelle christliche Glauben wird praktiziert, wobei der Papstbesuch 1998 sicherlich als entscheidender Einschnitt in der Entwicklung und Ausübung des katholischen Glaubens angesehen werden kann. Die Cubaner nahmen in Vorbereitung auf den Papstbesuch viel Nachhilfe, die zahlreiche Laien gaben. Sie waren jedoch nicht nur mit frommen Worten unterwegs, sondern gaben auch handfeste Unterstützung in Form von Nahrungsmitteln. Mit der Freilassung von mehreren hundert politischen Gefangenen sowie dem Zugang von Kirchenvertretern zu den staatlich kontrollierten Medien war ein erster Schritt zu einem Dialog zwischen Kirche und Regierung erfolgt.