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Ausgabe vom

Route 4

> Sierra Maestra
> Manzanillo
> Bayamo
> Santiago de Cuba
> Guantanamo

> Hotels, Restaurants, Einkaufen



Sierra del Maestra
Der grösste und höchste Gebirgszug Cubas erstreckt sich von der Südweststrecke des Ostens 240 Kilometer ostwärts bis hinter Santiago. Abgehärtete campesinos leben in Gruppen strohgedeckter Hütten mit betonierten Flächen, auf denen die Kaffebohnen getrocknet werden. Abgesehen von einigen Küstenflecken, hat der Tourismus hier noch nicht Einzug gehalten. Ausser im Rahmen einer Exkursion ist es praktisch unmöglich, ohne Auto das Gebirge zu besichtigen.

Manzanillo
Der wichtigste Hafen der Provinz Granma überrascht und enttäuscht zugleich. Die maurisch inspirierete Architektur macht den Hauptplatz zu einem der ungewöhnlichsten Plätze Cubas. Das Ufer jedoch ist weitestgehend Industriegebiet, und ein Besuch lohnt sich nur an einem klaren Abend, um den Sonnenuntergang zu geniessen.
Edificio Quirch

Kernstück des PArque Cespedes ist La Glorieta. Den 1924 erbauten Pavillon zieren arabische Inschriften, Marmorsäulen und mehrfarbige Ziegeln. Eigentümliche Sphinxstatuen, mehrstufige Springbrunnen und schmiedeeiserne Lampen sind weitere Schmuckstücke des Platzes, ebenso das Edificio Quirch mit seinen Schlüssellochfenstern und einem Aussichtsturm an der Nordseite. Schauen Sie in die Casa de la Cultura an der Westseite, dort gibt es Kunstausstellungen und zwei riesige Fliesenwände mit der Darstellung von Kolumbus´Landung auf Cuba.


Bayamo
Diese 1513 gegründete Stadt ist die zweitälteste Stadt Cubas. Ihr Ruhm ist verbunden mit der Rolle, die sie während Cubas Unabhängigkeitskampf im 19.Jahrhundert spielte. Am 20.Oktober 1868 wurde sie die erste Stadt, die von den Rebellentruppen unter Carlos Manuel de Cespedes eingenommen wurde. Monate später steckten ihre Einwohner sie in Brand, bevor sie von den spanischen Streitkräften zurückerobert wurde. Fast jedes Gebäude trägt eine Tafel, mit der irgendein Held der Revolution geehrte wird.

Plaza de la Revolucion
Dieser hübsche Platz ist der Mittelpunkt der Stadt. Alte Männer verbringen Stunden auf den marmornen Bänken im Schatten der Bäume, und am Wochenende unternehmen die Kinder Fahrten mit der Ziegenkutsche. Eine Statue von Cespedes auf einer Säulenplatte mit Basreliefs, auf denen signifikante Ereignisse aus der Geschichte des Unabhängigkeitskampfes der Stadt dargestellt sind, steht der eines anderen Lokalpatrioten mit Namen PPerucho Figueredo gegenüber, der 1868 die Nationalhymne La Bayamesa komponierte und textete.

Plaza del Hymno
Einen Block von der Plaza de la Revolucion entfernt liegt dieser Platz, überragt von der Kirche (geöffnet 15-17 Uhr), in der die cubanische Hymne 1868 zum ersten Mal gesungen wurde. Obgleich die Kirche bei der Feuersbrunst 1869 ausbrannte, lohnt sich ein Besuch wegen der Malerei im Hauptschiff.
Santiago de Cuba
Seit nunmehr über fünfhundert Jahren ist der Parque Céspedes das Zentrum und das Herz Santiagos, ein außerordentlich beliebter Treffpunkt.

Über das Treiben auf dem Platz wacht die mächtige gelbgetünchte Kathedrale. Die erste Kirche wurde hier schon 1516 gebaut; sie brannte nieder, wurde etwas größer wieder aufgebaut, ein Erdbeben zerstörte sie, man baute eine größere Kirche und so fort. Die Kathedrale in ihrer jetzigen Form wurde 1922 fertiggestellt, der Grundbau stammt von 1810. Das Hauptportal der Kirche mündet oberhalb des Platzes auf eine große Terrasse, die sozusagen die zweite Etage des Platzes darstellt. Von der Balustrade aus kann man wie der trompetespielende steinerne Engel zwischen den Zwillingstürmen das bunte Hin und Her auf dem Platz beobachten.
Die Schule "Bewegung des 26.Juli" in der Moncada Kaserne

Direkt gegenüber der Kathedrale liegt das Rathaus, von dessen Balkon Fidel Castro am 1. Januar 1959 die Revolution verkündete. Es ist eine aus den vierziger Jahren datierende Nachbildung des früheren Rathauses, das von einem Erdbeben zerstört wurde.

Links vom Rathaus steht das älteste Haus Cubas, die Casa Diego Velázquez. Das im Jahre 1516 erbaute Wohnhaus des ersten Gouverneurs der Insel ist heute ein Museum für koloniale Kunst. Kostbares Mobiliar aus kubanischen Edelhölzern, wertvolles Geschirr und Gläser sind hier ausgestellt. Interessant ist auch der Goldschmelzofen, in dem ein Teil der geraubten Goldschätze der Azteken eingeschmolzen wurde, bevor sie nach Spanien gebracht wurden.

Von der Kathedrale aus gesehen rechaller Bürger. Auf den Bänken im Schatten sitzen Menschen mit Einkaufstaschen und ruhen von der anstrengenden Nahrungsbeschaffung aus, alte Männer halten ein Schwätzchen und kauen auf ihren Zigarrenstumpen, und fast meint man, die Rufe der Straßenhändler zu hörents befindet sich das wunderschöne koloniale Hotel Casa Granda, das gerade frisch renoviert wurde. Die kleine Straße, die rechts an der Casa Granda auf den Parque Céspedes zuläuft, ist die Calle Heredia und einen gemütlichen Spaziergang wert. Hier liegt die Casa de la Trova, wo sich seit Jahrzehnten die Santiagueros treffen, um der allgemeinen Leidenschaft zu frönen: der Musik. Sones, Boleros und Guarachas werden hier nicht einfach nur gesungen, sondern gelebt. An den Wänden der Casa de la Trova hängen Portraits der legendären trovadores Miguel Matamoros, Manuel Corona, Sindo Garay. Außerdem in der Calle Heredia: das Karnevalsmuseum, der ARTEX-Patio und das Geburtshaus des Dichters José María Heredia (1803-1839), nach dem die »Kulturstraße« Santiagos auch benannt ist.

Musiker im Gemeindehaus

Santiago, das sei "tierra caliente" - heiße Erde - sagen die Kubaner und verdrehen dabei genießerisch die Augen. Als heimliche Hauptstadt wird Santiago manchmal bezeichnet. Die zweitgrößte Stadt auf Kuba ist von allen Städten die afrikanischste. Die Menschen sind dunkler, temperamentvoller, lasziver. In Santiago brennt der Asphalt, drängeln sich im Zentrum die Bars. Salsa, Son und Rumba dröhnen aus Fenstern und Türen. Es ist die Hauptstadt von Musik und Tanz, die Hauptstadt der Nacht. Eh, Schöner, lädst du mich ein?" Eine Menschentraube umlagert in der Calle Heredia die "Casa de la Trova". Einen Dollar kostet der Eintritt, für viele Kubaner ist das zu viel. So bleibt nur die Hoffnung, dass einer der Touristen einen Grünen springen lässt und den Eintritt bezahlt. Drinnen ist die Luft zum Schneiden, der kleine Saal ist zum Bersten voll. Addiert man das Alter der drei Musiker, denen die Aufmerksamkeit gilt, kommt man auf weit über 200 Jahre. Manch einer der Tänzer, die über die handtuchgroße Fläche vor der Bühne gleiten, ist auch nicht jünger als die Jungs von der Band. Natürlich haben ausgerechnet diese Alten nicht nur die schönsten, sondern auch noch verdammt junge Partnerinnen. Na ja, wenn man sie tanzen sieht, weiß man warum. Als ob sie nie etwas anderes gemacht hätten. Und man erkennt sehr schnell, dass wir Europäer niemals so tanzen lernen. Spätestens seit Wim Wenders' "Buena Vista Social Club" ist Kubas Musik ziemlich angesagt. Die Welt feiert den Son, eine Musik, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts erfunden wurde. Natürlich in Santiago. Und wenn nicht direkt in Santiago, dann auf jeden Fall im Oriente, im Osten Kubas. Mulattenmusik nannte man den Son, weil er aus "schwarzen" (afrikanischen) Rhythmen und "weißem" (spanischem) Gitarren-Sound und Texten bestand. Eine Musik der Schwarzen wie der Weißen. Die meisten der heute erfolgreichen Musiker haben ihre Karriere in Santiago begonnen. Und irgendwann haben sie fast alle mal in der "Casa de la Trova" gespielt.
Casa de las Tradiciones - Trendfabrik in Sachen Musik Während die Welt Santiagos "Casa de la Trova" als Wiege der kubanischen Musik huldigt, ist die Szene in Santiago ein ganzes Stück weiter. "Die 'Casa de la Trova' ist doch heute fast mehr für die Touristen als für uns Santiaguiner", meint Rafael Fernandez. Spätestens wenn die Musik in der "Casa de la Trova" angekommen ist, ist sie reif für den Export. Aber entstanden ist diese Musik dann eher in der "Casa de las Tradiciones". "In der 'Casa de la Trova' spielen festangestellte, etablierte Musiker. Bei uns in der 'Casa de las Tradiciones' treten wechselnde Gruppen auf. Hier haben auch neue Leute eine Chance." Rafael Fernandez weiß genau, wovon er spricht. Mit den Son Sonidos spielt er selbst immer wieder in der "Casa de las Tradiciones". Obwohl hier ebenfalls ausschließlich kubanische Musik gespielt wird, ist das Publikum jünger und hat vor allem Platz zum Tanzen. "In der 'Casa de la Trova' sitzen die Leute brav in der Reihe, wie in der Schule. Bei uns stehen sie alle, wo sie wollen. Aber eigentlich steht nie einer. Eigentlich tanzen sie immer alle." Fernandez bricht das Gespräch ab. Die Pause ist zu Ende, er muss auf die Bühne. Von dort wird er auch so schnell nicht runterkommen. Denn wie so oft artet der Auftritt vom Publikum unterstützt in eine wilde Jamsession aus. Weil jeder zweite Kubaner Musiker zu sein scheint, ist das Reservoir an Akteuren groß. Es wird mal wieder eine lange Nacht. Das Rennen um die besten Konzerte, die Konkurrenz zwischen der ehrwürdigen "Casa de la Trova" und der nun fast vier Jahre alten "Casa de las Tradiciones" könnte einen unerwarteten Ausgang nehmen. Ebenfalls in Santiagos Calle Heredia und direkt neben der "Casa de la Trova" liegt die "Casa de los Estudiantes". Zum Wochenende - und das beginnt für die Santiaguiner in diesem Fall schon donnerstags - finden auch dort Konzerte statt. Der alte Saal zwischen den Säulen, der gemusterte Fliesenboden und der Innenhof liefern echtes Flair und genügend Platz. Kubaner können sich den Eintritt leisten und garantieren, dass hier die heißesten Tänzer zappeln. Die Musik beschränkt sich weder auf kubanische Gruppen noch auf Salsa. Rock aus Lateinamerika läuft ebenso wie afrikanische Trommelsounds.

Guantanamo
Überraschender Weise ist das südwestliche Cuba das letzte Grenzgebiet des letzten Krieges. Die Basis erhielt den Spitznamen Gitmo Bay. Sie ist ein 117 Quadratkilometer grosser Dorn in Castros Auge. Die US-Regierung möchte sie aus politischen und militärischen Gründen behalten. Für die meisten Aussenstehenden wirkt dies wie eine anachronistische, extravagante Farce...
Der Kommandant 1964 mit dem Generalsekretär der US-Marine

Geschichte:
1901 gewährte das Platt-Amendment den Vereinigten Staaten zur unbegrenzten Pacht Land auf beiden Seiten der Mündung dieses breiten natürlichen Hafens, angeblich mit dem Ziel, die gerade erworbene Unabhängigkeit Cubas zu überwachen. Anfänglich bezahlten die Amerikaner eine jährliche Pacht von 2000 Dollar, 1934 wurde sie auf die stolze Summe von 4085 Dollar erhöht und die Pachtdauer auf 99 Jahre begrenzt. Verständlicherweise waren die Cubaner mit dem Handel nicht sehr zufrieden, und die Dinge verschlechterten sich weiter, als Castro an die Macht kam. Er weigert sich, die Legalität der amerikanischen Präsenz anzuerkennen, und löst die Schecks über den symbolischen Pachtzins nicht ein.


Hotels

LTI Los Corales/Carisol-Hotels
Baconao, Tel./Fax 0226-86177, DZ alles inklusive 68 Mark (zu buchen über die deutsche Firma THR Tours in jedem großen Reisebüro). Deutsche Verwaltung, ausgezeichneter Service, sehr kinderfreundlich.

Bucanero
Baconao, Tel. 0226-54596, Fax 86070 (von Deutschland aus schwer zu erreichen), DZ alles inklusive 120 $. Ein- oder zweistöckige langgezogene Häuser, aus Flußkieseln gebaut, Privatstrand, Disco.

Villa la Gran Piedra
Baconao, an der Straße zum Gipfel Gran Piedras, Tel. 0226-51154, DZ ohne Frühstück ab 60 $. Wohl das höchste Hotel Kubas, auf 1100 Meter Höhe gelegen.

Villa El Saltón
in der Sierra Maestra, an der Straße nach Palma Soriano links abbiegen, über die Agentur Fantastico zu erreichen, Tel. 0226-42202, Fax 86209, DZ etwa 40 $ (Preis Verhandlungssache). Verwunschenes Bergresort mit guter Küche. Ein Wasserfall hat drei natürliche Schwimmbecken gegraben.

Casa Granda
Santiago de Cuba-Stadt, am Parque Céspedes links von der Kathedrale, Tel. 0226-86600, Fax 86035, DZ ohne Frühstück 88 $. Von der cafetería im ersten Stock blickt man auf den immer belebten Platz.

Villa San Juan
Santiago de Cuba-Stadt, etwas außerhalb, an der Carretera Siboney, km 1,5, gut ausgeschildert, Tel. 0226-42490, Fax 86817, DZ ohne Frühstück 54 $. Weiß und rechtwinklig auf einem Hügel. Viele Einheimische.




Restaurants

Don Antonio
Santiago de Cuba-Stadt, Plaza de Dolores. Eleganter Kolonialbau mit guter Küche, aber faulen Kellnern.

Kiam Sand
Stadt Santiago de Cuba, auf dem Weg zum Kastell "El Morro", Tel. 0226-91889, tägl. ab 12 Uhr, Vorbestellung empfohlen. Kreolisches und chinesisches Essen in angenehmer Umgebung.

Villa Lurdita
(auch "Casa de Papito" genannt), Santiago de Cuba-Stadt, auf der Insel Cayo Granma, mit dem Boot von Punta Gorda auf dem Weg zur Festung "El Morro". Privatrestaurant auf der ehemaligen Sklaveninsel. Gute Fischküche.

Dona Yulla
das ehemalige "La casa del queso", Santiago de Cuba-Stadt, Heredia/Peña Félix nahe dem Céspedes-Platz. Kreolische Küche: Bohnen, Kochbananen, Schwein, was eben gerade da ist.


Abend

Casa de la Trova

Santiago de Cuba-Stadt, Heredia 208, Sa und So 20.30 bis 24 Uhr. Jam-Sessions mit geladenen oder auch ungeladenen Gästen.

Schachcafé
Santiago de Cuba-Stadt, unscheinbares Haus zwischen der kubanischen Nationalbank und der Kathedrale am Céspedes-Platz, tägl. außer Mo, Eintritt 1 $. Gegen 23 Uhr beginnt dort eine hochklassige afrokubanische Show.

Claqueta Bar
Santiago de Cuba-Stadt, ein paar Meter weiter, neben dem Kino Rialto, Eintritt 2 $. Salsa live, die ganze Nacht.

La Conga San Agustin
Santiago de Cuba-Stadt, in einem Schuppen in Colocha 547, ab 16 Uhr. Übungsbühne einer afrohaitianischen Traditionsband. Fragen Sie am besten nach Lorenzo Guerra.

Casa del Caribe
Santiago de Cuba-Stadt, Av. Manduley/Calle 13. Ausstellungen, afrokubanische Zeremonien, Live-Musik. Ähnlich arbeitet auch das Centro Cultural Africano Fernando Ortiz, Av. Manduley 106, 9-17 Uhr, am Wochenende Shows.