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Internet-Reiseführer
"Cuba erleben". Herausgeber: Web Travel Guide
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Ausgabe
vom
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Cubanische Zigarren: Die Geschichte
Die grossen Politiker rauchen sie, die Stars im Film-
und Musikgeschäft lassen sich mit ihnen filmen, Che konnte damals
trotz seine Asthmaleidens nicht davon lassen und auch Fidel Castro
war bis vor wenigen Jahren überhaupt nicht ohne sie zu sehen.
Die cubanischen Zigarren sind heute Kult.
Die Zigarre hat auf Cuba eine vorkoloniale Tradition, die nicht zurück
zu verfolgen ist. Fest steht: Der Tabak war schon da, als die Menschen
kamen, die heute die Bevölkerung Cubas ausmachen. Der Tabak hatte
schon damals spirituelle Bedeutung und wurde in Zeremonien, heute
unbekannten Inhaltes benutzt. Die afrikanischen Cubaner übernahmen
diesen Gebrauch der Tabakpflanze. In der Santeria und im Palo sind
die Zigarren beliebte Opfergaben und Teil jeder Zeremonie. Segnungen
sind ohne Tabaksqualm nicht möglich.
Castro
in jungen Jahren |
In seinem Bordbuch berichtet Kolumbus, dass zwei
seiner Begleiter bei der Erforschung der Insel eine grosse Anzahl
Indianer, Frauen und Männer, antrafen, die »mit einer kleinen
glimmenden Stange aus einem Kraut herumwandern, dessen Rauch sie einatmen,
wie es ihr Brauch ist«.
Mit dieser Expedition von Christoph Kolumbus ist wohl der Tabak auch
in Europa eingeführt worden. Richtig bekannt wurde er jedoch
erst, als Jean Nicot einem Pagen der Königin Katharina von Medici
ein Magengeschwür mit Tabakblätter heilte. Aus dieser Zeit
hat die Pflanze auch ihren Namen: Nicotina Tabacum.
Che
Guevara, natürlich immer mit Zigarre |
Anfangs des 16. Jahrhunderts erreichte der Tabakhandel
eine hohe Blüte. Und bereits in dieser Zeit zeichnete sich der
kubanische Tabak in der Qualität aus.
Die steigende Nachfrage des Tabaks führte dazu, dass nach 30 Jahren
der Kolonisation Kubas (1510) die Landwirte der Insel in der Lage waren,
einen Teil ihres produzierten Tabaks in die damalige Metropole (Spanien)
zu senden. Ab 1580 wurde der Tabakhandel in der Provinz Havanna geregelt.
(Verkauf im eigenen Land an Gasthäuser.)
Das spanische Königshaus sicherte sich 1717 das Tabakmonopol, beutete
allerdings die Tabakbauern derart aus, dass diese lieber ihre Felder
brach liegen liessen. Erst 100 Jahre später gab die spanische Krone
ihr Monopol wieder auf. Und die Bauern nahmen ihre Arbeit wieder auf...
Die auch heute noch bekanntesten und feinsten Tabaksorten werden vor
allem im Westen von Kuba und im mittleren Kuba produziert. Im Osten
ist heute eine Region sehr bekannt, nämlich die Camagüey.
Kenner sagen, im Dreieck zwischen Pinar del Río, San Luís
und San Juan y Martínez wachse der beste und teuerste Tabak der
Welt. Nur hier gedeihen die Pflanzen so vollendet, dass Deckblatt, Umblatt
und die Einlageblätter dieselbe hervorragende Qualität haben.
Um Spitzentabak zu produzieren, bedarf es großen Wissens, Geduld
und Glücks. Denn die Pflanze ist sehr empfindlich. Die Zigarre
dann zu drehen, ist eine hohe Kunst. Nur die besten Arbeiter steigen
zu torcedores (Zigarrendrehern) auf. Sie fertigen aus einer Handvoll
Tabakblättern binnen zwei Minuten eine formvollendete Zigarre.
Dass die edlen Glimmstengel auf den bloßen Oberschenkeln junger
Frauen gedreht werden, ist übrigens ein Mythos.
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